Mo

12

Nov

2012

Rein und raus

Seit dem 1. November 2012 ist unser Haus offiziell bezugsfertig. Daher ziehen nun nach und nach die Bewohner aus ihren alten Wohnungen aus und indie neue ein - auch, wenn dort oft noch so einiges zu tun ist. Alles in allem heißt das jedenfalls: Wir sind ganz schön beschäftigt.

So

09

Sep

2012

Meer oder Berg?

(c) www.berlin-am-meer.eu
(c) www.berlin-am-meer.eu

Schön in Berlin, oder? Aber man könnte es noch schöner haben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt - und das ist eine reine Feststellung, denn hervorgebracht hat sie schon so einiges. Für uns Nord-Tempelhofer besonders interessant sind "The Berg" und "Berlin am Meer", also die alte Frage: ins Gebirge oder an den Strand? Auch wenn klimatisch sicher der Berg besser passen würde, so empfiehlt sich allein schon wegen der besseren Lichtverhältnisse die oben abgebildete Hafennähe ;-)

Fr

10

Aug

2012

Nicht von der Waterkant

Die Friesenstraße, die das SQF und auch unser Haus in Nord-Süd-Richtung tangiert, verweist nicht auf die Bewohner Nord- oder Ostfrieslands. Sie verleiht stattdessen  - passend zu den Olympischen Spielen in London - der Kopfsteinpflasterstraße etwas Sportliches: Um das herauszufinden, muss man sich auf Höhe der Jüterboger Straße auf die Zehenspitzen stellen und auf dem Straßen-Namensschild den Zusatz lesen: "Karl Friedrich Friesen", steht da, "Mitbegründer der deutschen Turnkunst". Wem dabei gleich "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn mit seiner alten Wirkungsstätte in der Hasenheide einfällt, liegt goldrichtig. Beide gehörten der frühen Nationalbewegung während der napoleonischen Besetzung der deutschen Fürstentümer an, die mit darauf hingewirkt hat, dass aus den vielen Kleinstaaten ein großes Land wurde. Stilecht hat Herr Friesen dann auch im Kampf ums Vaterland 1814 sein Leben gelassen, seine Gebeine liegen noch heute auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Dass ausgerechnet die einfache Straße Nr. 21 (wie sie vorher hieß) nach Friesen benannt wurde, mag an den Kasernen und dem Exerzierfeld liegen, die es schon gab bevor die Straße 1864 angelegt wurde um das Wohngebiet "Tempelhofer Vorstadt" zu erschließen.

Do

12

Jul

2012

Jesus und die Nummer 22

Christus-König-Statue
Christus-König-Statue

Fangen wir mit der Nummer 22 an, denn die ist leicht erklärt. Die Schwiebusser Straße trägt noch nicht lange diesen Namen - zumindest für Berliner Verhältnisse. Bis zum 12.02.1898 was sie einfach die Straße Nr. 22 in Abteilung II des städtischen Bebauungsplans und fristete wortwörtlich ein Randdasein. Denn sie bildet die Grenze zwischen Kreuzberg und Tempelhof und war als nur "halbseitig" bebaute Straße auch lange Zeit unversiegelt. Der Name, den sie zur vorletzten Jarhundertwende bekam, verweist auf eine Stadt im heutigen Polen: Świebodzin, eine gute Stunde Autofahrt östlich der Grenze. Seinerzeit gehörte Schwiebus (so der deutsche Name) noch zu Brandenburg. Ein Blick weiter in die Vergangenheit erklärt, warum ausgerechnet die kleine Berliner Straße diesen Namen bekam: 1435 kaufte der Johanniterorden Schwiebus mit dem Erlös aus dem Verkauf des Ordensbesitzes Tempelhof (Quelle). Damit sind wir zwar schon im klerikalen Bereich angelangt, aber noch längst nicht bei Jesus. Zumindest nicht bei der abgebildeten Jesusstatue. Sie erinnert stark an den überdimensionalen Gottessohn über Rio de Janeiro, ist aber tatsächlich gut 6 Meter größer und damit die größte Jesusstatue der Welt! Und wo steht sie? In Świebodzin, dem früheren Schwiebus. Fertiggestellt wurde die Statue erst vor kurzem, im Jahr 2010. Ist also quasi auch ein Neubau ...

Mo

25

Jun

2012

Ein Insider schreibt

Ist ein bisschen schräg geschrieben und warum es im Ressort "Kultur" läuft und dann mit "Gentrifizierung in Berlin" gelabelt wird, das bleibt in den Sternen. Aber es geht um einen Einblick in das Dasein einer Baugruppe: "Baugruppen sind spießig? Von wegen!" aus berliner-zeitung.de.

 

 

Mi

13

Jun

2012

Warme Füße & schöne Hülle

Stetig geht es voran: Von außen macht sich ganz langsam das endgültige Bild der Fassade sichtbar. Stück für Stück werden die äußeren Eternitplatten angebracht, von oben nach unten. Und weil sie so schön aussehen, wird im Gleichschritt auch das Gerüst abgebaut und es gibt freie Sicht auf die schöne Hülle. Bislang ist es allerdings nur ein Teil des 6. OG und es ist auch noch keine rote Platte dabei. Aber das kann nicht mehr lange dauern.

Innen wird derweil an wirklich jeder Ecke gewerkelt. Ganz wichtig dabei: Der Fußboden. Unter der Fußbodenheizung ist ein Trittschallschutz und drüber kommte der Estrich (Foto rechts). Der macht den Boden erst richtig glatt und bereit für weiteren Aufbau. Estrich muss allerdings trocknen. Aber das ist dann auch die einzige Zeit, in der kein Handwerker in den entstehenden Wohnungen wuselt. Langsam wird es Zeit, an die Mietvertragskündigung zu denken ...

Sa

21

Apr

2012

Wem gehört die Stadt?

Gute Frage! Unter dem Stichwort Gentrifizierung wird heiß diskutiert, auch das SQF gerät dabei in der Berichterstattung immer wieder in den Fokus. Dessen zukünftigen Bewohnern ist das alles andere als egal, schließlich kommen Sie zum Großteil aus dem Kiez. Einige wechseln tatsächlich nur die Straßenseite und freuen sich, ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen zu müssen. Doch schon allein mit der Investition in Baugruppe oder Baugenossenschaft verändern sie selbst den Kiez mit. Selten wird das und einiges mehr zu dem Thema so gut dargestellt wie im Artikel "Wem gehört die Stadt?" vom 19.04.12 von Sebastian Preuss in der Berliner Zeitung. Lesen!

Do

05

Apr

2012

Dunkle Geschichte

Mahnmal KZ Columbia
Mahnmal KZ Columbia

Dass auch die unmittelbare Nachbarschaft unseres Baufelds eine dunkle Vergangenheit hat, ist bekannt. Bei einer historischen Begehung vor dem Abriss der alten Bebauung konnten wir uns die Überreste alter Stallungen und des militärisch genutzten Pferdelazarettes ansehen. All das gehörte zur benachbarten Kaserne, die heute von der Poizeidirektion 5 genutzt wird. Die Anlage war im Dritten Reich Teil des Luftfahrtministeriums, noch heute kann man dort Muster-Bunker besichtigten (i.d.R. am Tag des offenen Denkmals). Das KZ Columbia hingegen ist nicht mehr sichtbar und das Mahnmal am Columbiadamm (Ecke Golßener Straße, Foto) eher unauffällig. Die taz dokumentiert nun eine Diskussion, die dunkle Seite des Tempelhofer Flughafens und seiner Umgebung stärker in den Fokus zu rücken.

Mo

19

Mär

2012

Trocken statt steinig

Früher wurden die Ziegelsteine versetzt gestapelt, eine Lage Mörtel dazwischen und fertig war die Wand. Heutzutage baut man trocken und das geht so: Metallgestell an Decke, Boden und ggf. Wänden verschraubt, Rigipsplatten davor, Dämmung und Installationsleitungen rein und fertig ist der Trockenbau! Vorteile: leichter, günstiger und schallgeschützter. Für uns macht das derzeit die Firma Rogge, die auch die Wände verputzt. Daher ist es im Bau gerade gar nicht so trocken wie die Überschrift vermuten läßt ...

Do

01

Mär

2012

Luftig

Lüftung
Lüftung

"Energieeffizienz KFW 70" steht auf dem Bauschild. Aha. Etwas kryptisch ist diese Angabe. Und verwirrend zugleich, steht doch "KfW" in der Tat für die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Längst kümmert sich die Förderbank des Bundes nicht mehr um den Wiederaufbau nach dem letzten Krieg, sondern in diesem Fall um die Förderung von Energieeffizientem Bauen. Und da kommt die "70" ins Spiel. Denn die Baugruppe Barceloneta baut so, dass der Jahresprimärenergiebedarf in Relation zu einem vergleichbaren Neubau nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) 70% beträgt. Wir packen unser Haus dafür nicht nur gut ein, sondern nutzen auch dessen warme Abluft. Dazu dienen die dicken Metallrohre im Bild, die nach einem komplizierten Plan noch mit den losen Kunststoff-Rohren am linken Bildrand verbunden werden müssen. Wenn alles fertig ist, wird die warme Luft aus den Wohnräumen konstant abgesaugt. Der Luftstrom fließt dabei an der eingesaugten kalten Außenluft vorbei und erwärmt sie. Das Resultat ist frische, vorgewärmte Luft. Ganz einfach also. Wenn nur nicht der Bau so aufwändig wäre ...

Do

02

Feb

2012

Historische Aufnahme

Luftbild THF 1947
Luftbild THF 1947

Dieses Luftbild habe ich schon etwas länger auf der Festplatte, passend zur abgebildeten Jahreszeit muss es jetzt mal an die Öffentlichkeit. Vor genau 65 Jahren wurde das Foto gemacht. Es zeigt den Flughafen Tempelhof im tiefen Winter. Auf dem Vorfeld stehen Maschinen die zwar schneefrei sind, drumherum ist aber alles weiß. Gut zu sehen ist auf dem Bild, dass das Flughafengebäude (fast) keine Kreigsschäden davon getragen hat. Und was es für uns besonders interessant macht: In der rechten Bildhälfte ist das Baufeld SQF zu sehen, nördlich davon die weitgehend unversehrte Tempelhofer Vorstadt. Das Baufeld selbst war nie so bebaut wie der angrenzende Kiez, hier standen nur ein paar Funktionsgebäude der Kaserne, die auf der anderen Seite der Friesenstraße liegt. Ein schlichtes Pferdelazarett fiel erst unseren Abrissbaggern zum Opfer. Bombardiert wurde das Baufeld offenbar auch nicht, lediglich ein paar Granaten wurden während der Bauarbeiten entdeckt. Seitdem trägt der Bau-Imbiss den Namen "Granaten-Imbiss". (MMP)

Di

31

Jan

2012

Gute Presse

Na das liest man doch gerne: Der Tagesspiegel berichtet unter der (nicht ganz so positiven) Überschrift "Bloß keinen Krach mit den Nachbarn" über das SQF aus Sicht der Clubbetreiber am Columbidamm. Die müssen Geld in die Hand nehmen und ihren Lärmschutz verbessern, ebenso wie die SQF-Anlieger ihrerseits in Lärmschutz (u.a. eine 12 Meter hohe Wand) investieren. Das erklärte Ziel der zukünftigen SQF-Bewohner: Erhalt von Columbiaclub und Columbiahalle! Nicht nur, weil das Kulturinstitutionen in Berlin sind, sondern weil es einfach toll ist, zum Konzert zu Fuß gehen zu können. Und da sprechen diejenigen von uns, die jetzt schon im Kiez wohnen, aus Erfahrung ...(MMP)

SQF

... steht für "Stadtquartier Friesenstraße", wovon wir ein Teil sind: 7 Baugruppen, 2 Bauträger, eine Genossenschaft, eine Gewerbehalle und 5 Gewerbestudios über einer Tiefgarage entstanden und entstehen zwischen Schwiebusser Straße, Friesenstraße und Columbiadamm nördlich des ehemaligen Tempelhofer Flughafens. Mehr Infos: www.sq-f.de.

Bauschild